Moschusochsen im Sucher


Juni 2025

 

Wir sind unterwegs. Mit dem Wohnmobil geht es nach Norwegen auf die nächste Fototour. Doch nicht die Fjorde oder das Nordkap sind das Ziel. Wir wollen in den Dovrefjell Nationalpark, um dort Moschusochsen zu fotografieren. Auf der Hochebene des Dovrefjell lebt eine Population von etwa dreihundert Tieren. Wir haben unweit der Aufstiegswege auf einem Campingplatz unser Basislager aufgeschlagen und starten von hier aus unsere Wanderungen auf eine Höhe von 1.200 Metern, kurz über der Baumgrenze. Zweimal machen wir den Aufstieg und beide Male bekommen wir die pelzigen Tiere auch vor die Kamera. Ohne unser Zutun betragen die Entfernungen so um die dreißig Meter, einmal ganz extrem an der Objektivgrenze.

 

Der Moschusochse

 

ist eigentlich gar kein Ochse, kein Rind. Er ist eher mit Schafen und Ziegen entfernt verwandt. Sein Ursprung lässt sich etwa eine Million Jahre zurückverfolgen. In seiner heutigen Form und Verbreitung streift er seit der letzten Eiszeit durch die Trockentundren der nördlichen Halbkugel. Anders als Wollnashorn und Mammut konnte er sich, gleich den Rentieren, an die veränderten Klimabedingungen nach dem Rückgang der Gletscher anpassen. Seine Unterwolle ist mit der von Kaschmirziegen zu vergleichen und hält zwanzig Mal wärmer als Schafwolle. Damit ist er in der Eiseskälte am Polarkreis gut gewappnet, nur kalte Nässe mag er nicht, da sein Fell nicht selbstfettend ist.



© FennFotografie 2025 Andreas Buchholz